Rund ums Studium

I don’t want to just read a book, I want to climb inside them and live there.

Lesen ist für die meisten keine Freude mehr. Wie die Freude wieder hervorkommen kann.

Ein Junge liest mit seiner Mama ein Buch.

Lesen ist die Schlüsselkompetenz in allen Bildungsprozessen, in allen Schulstufen, im privaten und öffentlichen Alltagsleben, die Teilhabe an der Kultur, in der Mediengesellschaft und noch vielem weiterem. Lesen ist mehr als nur eine Sinnesentnahme, mehr als nur schwarz auf weiß.   
Schon in den Bildungsstandards aus dem Jahr 2004 steht, dass das Lesen ein eigenaktiver Prozess der Sinnkonstruktion sei. In der Grundschule solle die tragfähige Grundlage für weiteres Lesen geschaffen werden. Informierend, selektiv, interpretierend und kritisch sind dabei die Hauptschlagwörter.
Heute steht die Lesekompetenz fest in Verbindung mit der PISA-Studie und damit negativ in der Presse, in der Schule und auch zu Hause.

Lesen als Kultur und als einfaches Hobby wird in den Hintergrund geschoben. Im Vordergrund steht, wie die Lesekompetenz bzw. das Leseverständnis in der Schule gefördert wird.
Aber schon die Professorin für neue deutsche Literatur, Dr. Cornelia Rosebrock und Dr. Daniel Nix haben in ihrem gemeinsamen Buch, Grundlagen der Lesedidaktik, beschrieben, dass nicht nur kognitive, sondern auch personale und soziale Dimensionen, in den Leseprozess, einbezogen werden müssen. Nur so können Fördermaßnahmen entwickelt werden, um Schülern das Lesen wieder näher zu bringen. Dabei sei es egal, ob es sich um fiktionale oder non-fiktionale Texte handelt.

Die sogenannte Lesesozialisation ist die Grundlage guter Lesekompetenz und oft außerhalb des Eingriffsbereich der Lehrer und Lehrerinnen. Wer kein Buch griffbereit hat, kann auch nicht lesen. Wer mit seinen Eltern nicht liest, sie nicht lesen sieht, weiß nicht, dass es „normal“ sein kann, einfach zu lesen. Wer positive Erfahrungen beim Lesen hat, könne später nur davon profitieren, so Rosebrock und Nix. Wichtig seien die intrinsischen Motive, die eigenen Motive und Interessen, die einen anregen können, einen Text zu lesen, aber genauso die extrinsischen Motive, die äußeren Einflüsse und möglichen positiven Folgen, die animieren können, den Text zu lesen.

Aber um die schlechte oder sogar nicht vorhandene Lesesozialisation aufzufangen, können Lehrer und Lehrerinnen, trotz allem, unterstützen und fördern. Zum Beispiel können Bücherkisten im Klas-senzimmer, wie Rosebrock und Nix vorschlagen, anregen, zum Buch zu greifen. Mit verschiedenen Büchern, Genres oder Medienarten kann man Schüler und Schülerinnen animieren, zur Lektüre zu greifen. Vielleicht wird sogar eine Leseecke eingerichtet mit Sofas, Sitzkissen oder anderen Bequemlichkeiten. Leseschwache Schüler und Schülerinnen können mit CDs oder DVDs angeregt werden, am literarischen Leben teilzunehmen.

Auch Steffen Gailberger, Professor für Germanistik und Didaktik, an der Universität Wuppertal, und die Landesfachberaterin für das Fach Deutsch Frauke Witzke schlagen Leseecken oder Lesecafés vor. Aber sie betonen auch, dass Leseprojekte und -übungen im Unterricht nicht fehlen dürfen. Sie schlagen auch Lesepaten vor, die jüngeren Schülern und Schülerinnen unterstützend beim Lesen helfen.

Somit ist es wichtig nicht nur steife Fachtexte den Schülern und Schülerinnen vorzusetzen, denn das kann ganz schnell zur Demotivation führen.
Und Kinder, die zu Hause schon mit einem „normalisierten“ Leseverhalten in Kontakt kommen, haben es später einfacher, Texte zu lesen und sie auch zu verstehen. Sie haben Spaß daran, sich mit Texten auseinanderzusetzen, können leichter an Kultur und dem Leben teilnehmen.

Lesen kann spannend sein, lustig, laut, leise, zum Lachen, zum Weinen und so vieles mehr. Das ist es, was man Schülern und Schülerinnen und auch schon Kindern vor dem Schuleintritt zeigen kann.
Kinder können, mit den verschiedensten Texten, für das Lesen begeistert werden, über Gedichte, literarische Werke, Kindergeschichten, Bilderbücher, Fachtexte und auch durch neue Musik.