Digitale Welt

Wie Social Media unser Leben verändert: Die Instagram-Community und deren Auswirkung auf unsere Psyche

Wieso hat sie mehr Follower als ich, ist sie schöner? Wie kann er es sich leisten schon wieder in Urlaub zu gehen? Weshalb hat mein letzter Beitrag so wenig Likes, sehe ich darauf dick aus?

Foto: Sofia Rundel

Seit dem Jahr 2010 hat sich die Sichtweise unserer Gesellschaft auf soziale Medien dramatisch geändert. Von der damals vorherrschenden positiven Sichtweise auf soziale Medien haben sich über die Jahre hinweg zunehmend negative Seiten herausgestellt. Zwar ermöglichen Social-Media-Plattformen schneller Anschluss zu finden, alte Freundschaften wiederzubeleben und es ist einfacher mit Urlaubsbekanntschaften Kontakt zu halten. Da im Netz viele verschiedene Meinungen vertreten sind, können sich die Nutzenden auch unterschiedliche Meinungen einholen und alle sind stets auf dem neusten Stand, da aktuelle Nachrichten einfacher zugänglich sind.

Außerdem können einige Menschen in sozialen Netzwerken ihre Kreativität verwirklichen und Instagram beispielsweise sogar zu ihrem Beruf machen. „Influencer“ zu sein hat aber auch Schattenseiten. Es entsteht ein enormer Druck, denn „Influencer“ müssen immer neuen „Content posten“, sodass sie keinen Follower*innen verlieren. Ihre Aktivitäten werden stets überwacht und sie dürfen sich keinen Fehler erlauben. Dies kann nicht nur die Karriere der Person zerstören, sondern auch deren Psyche. Als „Influencer“ bezeichnet man Personen in sozialen Netzwerken, wie Instagram, die bestimmte Inhalte, wie Bilder, Videos und Texte bezüglich ihrer eigenen Meinung veröffentlichen, um soziale Kommunikation zu veranlassen. Nutzer der Plattform, die an diesen Personen Interesse zeigen und deren Inhalte verfolgen werden als „Follower“ bezeichnet. „Influencer“ müssen mit Kritik klarkommen können. Neid, Kritik und Hass bestimmen ihr Leben. Durch ihre Authentizität sollen sie ihren „Follower*innen“ als Idol gerecht werden. Doch nur wenige „Influencer“ präsentieren sich so, wie sie wirklich sind und zeigen auch ihre Makel. Instagram entwickelt sich immer mehr zu einer „Fake-Community“, bei der sich kaum jemand ohne Photoshop oder Filter zeigt. Jede*r will perfekt sein. Einige Influencer machen „Beauty-OPs“, um perfekt zu wirken, sind unzufrieden und vergleichen sich mit anderen. Dies endet im Wettbewerbsstreit und in totaler Unzufriedenheit aufgrund eines geringen Selbstwertes. Anstelle der Vorbildfunktion erreichen diese „Influencer“ bei ihren Abonnenten*innen eine verzerrte Selbstwahrnehmung. Vor allem die Plattform Instagram lässt einen extrem an sich selbst zweifeln. Wir Menschen sind nicht für Instagram geschaffen, sondern dafür, das reale Leben zu leben. Niemand sollte in Urlaub fahren, um das perfekte Foto mit der perfekten Location zu posten und dabei vergessen den Moment zu genießen. Jeder Moment des realen Daseins und vor allem der schönen Momente sollte aufgesaugt werden, ohne dem Gedanken verfallen zu sein, andere an diesem besonderen Moment teilhaben zu lassen. Instagram setzt uns Ideale in den Kopf, die nicht real sind und wir sehen nicht, was sich hinter der Kamera versteckt. Wir vergessen unser eigenes Leben zu leben. Alles erscheint weich und schön und Schattenseiten werden ausgeblendet. Es scheint als vergleichen sich die Menschen mit Leuten, von denen sie denken, sie könnten etwas besser als sie selbst, um sich selbst schlechter zu fühlen. Doch wieso wollen wir uns schlecht fühlen, obwohl es doch so viele positive Dinge in der Welt gibt, die wir jedoch ausblenden?

Es ist verrückt, dass wir denken, andere würden es besser machen als wir selbst und es ist traurig, dass wir selbst unglücklich werden, nur dass wir den Eindruck erwecken, glücklich zu sein! Wir sollten uns endlich bewusstwerden, dass an dieser Plattform nichts hängt, denn wir schneiden Bilder in Form, die sich nicht bewegen, während sich um uns herum das reale Leben abspielt. Dieser Lebensinhalt ist vielleicht nicht perfekt, aber keines ist das. Wir sind alle nur Menschen und Perfektion ist kein Charakterzug. So zu tun als wären wir perfekt, ist eine Lüge. Wir sollten das positive am Leben sehen und glücklich sein! Das tägliche Durchblicken von „Likes“ macht süchtig und krank. Jeder Moment sollte genossen werden und nicht durch den Neid auf andere zerstört werden. Wir sind in Ordnung, so wie wir sind, ohne Filter, der das Gesicht verändert. Denn so wie wir sind, werden wir geliebt. Nicht alles an Instagram ist schlecht, doch es ist nicht die reale Welt und sollte diese auch nicht bestimmen. In Norwegen wird im Sommer ein Gesetz eingeführt, das Menschen verpflichtet, mit Photoshop bearbeitete Bilder als solche zu kennzeichnen. Dies ist ein guter Anfang, doch am Ende zählt, welchen Stellenwert wir selbst Instagram geben möchten. Ich selbst werde in Zukunft wieder die Kontrolle über meine Selbstwahrnehmung in die Hand nehmen!