Studium

Sitzen die Studierenden der PH Ludwigsburg bald im Dunkeln?

23.476 Blätter Papier. Das ist hochgerechnet die durchschnittliche Anzahl der ausgedruckten Modulscheine pro Semester an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

­Zu diesem Ergebnis gelang eine Gruppe Studierender, die sich vergangenes Wintersemester in einem Seminar mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung (Abkürzung BNE) auseinandersetzte. Mit ihrem Projekt, das unter dem Hashtag #PHaperless startete, setzten sich die Studierenden für eine nachhaltige Digitalisierung ihrer Modulscheine ein und schafften somit einen direkten Nachhaltigkeitsbezug an ihrer Hochschule.

Eine Umfrage mit knapp 300 teilnehmenden Studierenden zeigte die Relevanz dieser Digitalisierung, in der etwa 95 % der Befragten dafür stimmten. Die Resonanzanalyse ergab, dass ca. 40 % der Befragten zwischen einem und drei Modulscheine pro Semester benötigen, worauf die Teilnahme ihrer Lehrveranstaltung und ihrer erbrachten Prüfungsleistung schriftlich bestätigt wird. Weitere 50 % gaben an, sogar vier oder fünf Scheine pro Semester ausdrucken zu müssen und knappe 10 % sogar mehr als fünf. Das ergibt bei 5.869 Studierenden an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg (Stand Wintersemester 18/19) eine hochgerechnete durchschnittliche Anzahl von 23.476 ausgedruckten Modulscheinen pro Semester. Dieses Ausmaß an ausgedruckten Modulscheinen repräsentiert die Bedeutsamkeit der Digitalisierung in unserem Zeitalter.

Die Akademischen Mitarbeiter und Professoren an der Hochschule in Heilbronn wurden bereits zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt. Dort erfolgt die Verwaltung der studentischen Leistungen über das Learning Management System „Ilias“. Mit dieser Plattform umgeht die Hochschule Heilbronn hohe Papier- und Druckkosten bei den Studierenden und handelt nachhaltig. Würde sich die pädagogische Hochschule an der Reuteallee in Ludwigsburg ebenfalls für solch eine Plattform entscheiden, könnten pro Semester 0,31 Tonnen CO2-Ausstoß nur für die Modulscheine eingespart werden. Immerhin ergeben 0,31 Tonnen CO2 die Beleuchtung für 2,5 Wohnhäuser pro Jahr.

Könnten die Studierenden der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg also bald im Dunkeln sitzen, wenn sich nicht schnell etwas ändert?