Studium

Das Mercator-Projekt – Hilfe zur Selbsthilfe

Jedem von uns fliegen Begriffe wie „Integration“ und „Interkulturelles Lernen“ im Studienalltag nur so um die Ohren. Was wir dann im Lehrerberuf damit anfangen sollen – keine Ahnung. Zwei bis drei Praktika, dann das Referendariat: ganz ehrlich, wer fühlt sich denn da schon darauf vorbereitet, deutschsprachige Schüler gemeinsam mit anderssprachigen Kindern zu unterrichten?

Aber keine Panik: es gibt Wege, noch während des Studiums Erfahrungen zu sammeln!

Die Anzahl der geflüchteten Menschen, die nach Deutschland kommen, nimmt langsam wieder ab – die Zahl der so genannten Vorbereitungsklassen in den Schulen auch. Somit entfällt für die Kinder, deren Eltern aus anderen Ländern nach Deutschland eingereist sind, ein ganzes Jahr Eingewöhnung, Sprachenunterricht und eine intensivere Betreuung.


Die Realität: nun sitzen Schüler*innen mit minimalen Deutschkenntnissen in den Regelklassen. Auch sonst bedeutet es für die Lehrkräfte eine enorme Anstrengung, sprachlich schwache und starke Schüler*innen durch die Schuljahre hindurch auf etwa einen Kenntnisstand zu bringen. Allein der Gedanke daran lässt den ein oder anderen schwitzen. Woher die Erfahrung hernehmen? Kann ich allen gerecht werden? Wie kann ich angemessen fördern?


Das seit Oktober 2006 auch an Ludwigsburger Schulen stattfindende Mercator-Projekt zur Sprachförderung soll Abhilfe – für Schüler*innen UND Lehrer – schaffen. Dabei werden die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund von Studierenden unserer PH  in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik gefördert. Das Ganze findet im schulischen Kontext statt, was dem Flair eines gewöhnlichen Unterrichts sehr nahekommt. Für die zwei bis vier Stunden in der Woche während eines ganzen Schuljahres springt dabei sogar noch etwas heraus: 20 Euro gibt es für 90 Minuten Unterricht – die gesammelten Erfahrungen sind jedoch unbezahlbar.
Trotz dessen, dass jeder für seinen Unterricht selbst verantwortlich ist wie eine richtige Lehrkraft, wird jedoch niemand allein gelassen: für alle Teilnehmer*innen des Mercator-Projektes findet während des Semesters ein Begleitseminar statt. In diesem Begleitseminar lernen die Studiereden alles, was sie für den Unterricht, die Planung und die Förderung der Schüler*innen benötigen.
Selbst das Beschaffen des Unterrichtsmaterials ist kein Problem: die Didaktische Villa an der PH Ludwigsburg ist sehr gut ausgestattet und birgt neben Wortmemories auch unzählige andere Materialien für die Wortschatzarbeit, das Rechtschreib- und Grammatiktraining. 

Wer also ein wenig wertvolle Unterrichtserfahrung sammeln möchte und bereit ist, einige Stunden in seinem Stundenplan frei zu machen, der kann sich an den Projektleiter apl. Prof. Dr. Stefan Jeuk wenden, um sich fürs neue Schuljahr anzumelden. Weitere Informationen und die E-Mail-Adresse sind auf der Internetseite www.mercator-foerderunterricht.de/standorte/ludwigsburg.html zu finden.