Moshpit, Ansagen und Nostalgie
So war es bei Kraftklub in der Stuttgarter Schleyer-Halle
Am 17.03.2026 hatte die Band Kraftklub ihren zehnten Tour Stopp der „Sterben in Karl-
Marxstadt“ - Tour in der Schleyerhalle in Stuttgart. Dort spielte die Band schon öfter,
jedoch war es das erste Mal, dass die Halle restlos ausverkauft war. Doch trotz der Menge
an Menschen, die sich an diesem Abend versammelten, um mit der Band zu feiern,
kamen die meisten Menschen erst ca. eine Stunde vor Einlassbeginn. Das kann
heutzutage nichtmehr als Norm gesehen werden, da bei vielen anderen Künstler*innen
viel früher angestanden oder sogar vor dem Veranstaltungsort übernachtet wird. Die
Entspannte Stimmung wirkt auf diejenigen, die noch nie auf einem Kraftklub Konzert
waren vielleicht verwunderlich, doch spätestens, wenn die Band auf der Bühne steht, ihre
Songs singt und kurze Reden hält, wird es ganz klar, woher die Entspannte Haltung der
Fans kommt.
Um 18.00 Uhr wurden die Tore geöƯnet und um 19.30 Uhr ging es bereits los. Die Vorband:
Young Pep, ein 17-jähriger Musiker aus Leipzig, mit einer klaren Einstellung gegen Nazis
und für Zusammenhalt. Sein Auftritt wärmte die Menge auf und setzte eine klare
Grundstimmung für den Abend, Gute Laune, gegen rechte Hetze und ein kleines bisschen
Nostalgie. Sich mit einer so starken Meinung und auch teilweise vulnerablen Texten sich
vor die Menschenmenge in einer ausverkauften Halle zu stellen ist eine große Leistung,
besonders in so jungen Jahren.
Nach einer kurzen Umbaupause fing das Set von Kraftklub an, den Start machte die Band
mit ihrem neuen Song „Marlboro Mann“. Ab der ersten Sekunde fing sich die Menge an zu
bewegen und hörte bis zum Schluss auch nichtmehr auf. Doch nach ein paar Liedern wird
schnell klar, die sind nicht nur gut zum Tanzen, sondern zeigen ganz klar Haltung und
Einstellung der Band. Beispiele dafür sind die Songs „So rechts“ und „Halts Maul und
Spiel“ auf dem neuen Album mit dem Titel „Sterben in Karl-Marx-Stadt“. Zwischendurch
ändert sich bei den langsameren Songs das Springen und Tanzen der Menge in ein
Schunkeln. Doch beständig bleibt die Verbundenheit zu den Zuschauer*innen. Ob sie auf
der Bühne stehen oder an verschiedenen Orten in der Menge auftauchen, den ganzen
Abend sucht die Band Möglichkeiten, um möglichst viel Nähe zwischen sich und den Fans
aufzubauen. Dieser Verbundenheit zieht sich bis über das Konzert hinaus, denn auf dem
Parkplatz gesellten sie sich für eine Weile zu einem Straßenmusiker, um noch ein paar
Lieder mit ihm zu singen.
Den ganzen Abend gestalteten sie durch ihre Statements, das Bühnenbild und ihre
Interaktionen mit Fans eine absolute Wohlfühlatmosphäre geschaƯen. Dazu beigetragen
haben die entspannten Fans mit ihrer ausgelassenen Art. Die Konzerte von Kraftklub sind
eine große Empfehlung für jeden der Lust auf ein bisschen Rock, ein bisschen Pop,
Tanzen, Moshen und viel Herzlichkeit hat.