Visuell setzt der Film erneut Maßstäbe. Besonders die Unterwasserwelten beeindrucken durch ihre Detailtiefe, Farbgestaltung und technische Perfektion. Die Inszenierung wirkt stellenweise fast wie eine Naturdokumentation, so überzeugend sind Bewegungen, Licht und Umgebung gestaltet. Cameron gelingt es, ein immersives Kinoerlebnis zu schaffen, das vor allem auf der großen Leinwand seine volle Wirkung entfaltet.
Inhaltlich bewegt sich der Film hingegen weitgehend auf vertrautem Terrain. Die zentralen Konflikte, Natur versus Ausbeutung, Zugehörigkeit, familiärer Zusammenhalt, sind klar erkennbar, entwickeln jedoch nur begrenzt neue erzählerische Impulse. Viele Handlungselemente wirken vorhersehbar und greifen bekannte Motive aus dem ersten Teil auf. Gleichzeitig gewinnt der Film durch die stärkere Fokussierung auf die Familie an emotionaler Tiefe, insbesondere in den ruhigeren Szenen.
Diese Mischung aus technischer Brillanz und erzählerischer Konvention führt zu einem ambivalenten Gesamteindruck. Während die visuelle Gestaltung und die Welt von Pandora weiterhin faszinieren, bleibt die Geschichte hinter den Möglichkeiten zurück, die das Setting bietet.
Im Ergebnis ist der neue „Avatar“ ein eindrucksvolles Kinoerlebnis, das vor allem durch seine Ästhetik überzeugt. Wer sich auf die visuelle Kraft des Films einlässt, wird beeindruckt sein. Wer hingegen eine innovative und überraschende Handlung erwartet, dürfte gewisse Abstriche machen müssen.