Zwischen Elfen und Trollen: Geo-Exkursion mal anders

Eyjafjallajökull – Eyja was? Eyjafjallajökull, ein Vulkan der 2010 kurzerhand für mehrere Tage den europäischen Luftverkehr lahmlegte. Dessen Namen wahrscheinlich noch lange nicht jeder aussprechen kann, er jedoch seitdem ziemlich bekannt ist. Ach ja, genau und da war ja auch noch die Fußball-Europameisterschaft 2016, bei der die isländische Männernationalmannschaft ihren bisher größten Erfolg feierte und ganz Europa mit in ihren Bann zog. Zwei Fakten, die vielen von uns bekannt sind. Doch was hat Island eigentlich noch so zu bieten? Eines ist sicher: Wer sich auf die Insel der Elfen und Trolle traut, sollte das Abenteuer nicht scheuen.

"Abenteuer also… da kann ja nicht viel los sein, in einem Land in dem mehr Schafe als Menschen leben“, dachten sich die 24 Geo-Studierenden der PH Ludwigsburg, bevor sie sich im Spätsommer 2017 auf die 18-tägige Exkursion nach Island machten. Doch es erwartete sie so einiges, auf was sie sich im Voraus nicht eingestellt hatten.

Die Reise begann in Kevlavík, hier liegt der einzige internationale Flughafen Islands. Dort startete die Reise, nachdem das Flugzeug etwa vier Stunden zuvor in Stuttgart abgehoben hatte. Vom Flughafen ging es dann spät in der Nacht in ein nahegelegenes „Hostel“. In Deutschland würde es wohl eher als runtergekommene Bruchbude bezeichnet werden, die sich wahrscheinlich keiner der Studierenden freiwillig zum Schlafen ausgesucht hätte. Naja, der erste Schock saß tief, doch es waren alle ziemlich erschöpft von der Anreise und deshalb froh, als sie in den Betten mit etwas zu dünnen Matratzen lagen. Am nächsten Tag, bei Tageslicht, sah das Ganze schon etwas anders aus und die meisten waren froh, noch eine weitere Nacht in der „Bruchbude“ verbringen zu dürfen, da ihnen allmählich bewusst wurde, dass die nächsten 16 Nächte im Zelt verbracht werden würden.

Nach der zweiten Nacht ging es dann also endlich so richtig los. Noch schnell gefrühstückt und dann wurde das gesamte Hab und Gut in einen so genannten Hochland-Bus geladen. Warum die Gruppe aber nicht einfach einen ganz normalen Reisebus hatte, wurde erst im Laufe der Fahrt klar. Zwar war bekannt, dass die Infrastruktur nicht den Standards in Deutschland entspricht, es wurde allerdings erst vor Ort bewusst, was es bedeutete, wenn von rund 13 000 km Straßen circa 8 000 km nicht asphaltiert sind. Und so ging es über Schlammwege, Schotterpisten und zeitweise quer durchs Wasser, wenn die Wege auf den Hochland-Fahrten mitten durch Flüsse führten.

TOP 5 – Island Highlights:

Reykjavík: Trotz der überschaubaren Zahl von etwa 120 000 Einwohnern, ist die nördlichste Hauptstadt der Welt auf alle Fälle einen Besuch wert.
Die junge Stadt hat einiges zu bieten: Museen, historische Gebäude, Kirchen, den Stadtsee Tjörnin, das Konzerthaus „Harpa“ am Hafen oder die typisch isländischen Wellblechbauten.

Mývatn (deutsch: Mückensee): Eine unvergleichbare Seenlandschaft umgeben von unzähligen Vulkanen. Unweit vom See liegt das Mývatn Nature Bath, das allerdings etwa 20 € Eintritt kostet.

Jökulsárlón: In der Gletscherlagune kann beobachtet werden, wie riesige Eisberge im größten Gletschersee Islands schwimmen und irgendwann ins Meer abfließen. Hier können auch Bootstouren durch den Gletschersee gebucht werden und es sind Seehunde zu sehen, wo einst „James Bond: Stirb an einem anderen Tag“ gedreht wurde.

Gletscherwanderung für Action-Freunde, einmal die Landschaft aus einem anderen Blickwinkel betrachten: z.B. auf dem Gletscher Vatnajökull.

Landmannalaugar: Der teilweise stechende Schwefelgestank wird durch die atemberaubende Hochland-Landschaft wett gemacht. In der Nähe des Parkplatzes befindet sich eine natürliche Heißwasserquelle, die zum Baden einlädt.

Wer Island richtig erleben will, sollte das Hochland und damit auch die abenteuerlichen Fahrten mit Geländewagen oder Hochland-Bus nicht auslassen. Denn erst diejenigen, die einmal in Islands Hochland unterwegs waren und diese mystische Landschaft erkundet haben, können vermutlich wenigstens ansatzweise verstehen, warum ein Großteil der isländischen Bevölkerung an Elfen und Trolle glaubt.

Island ist ein Importland, das fast alle Güter, abgesehen von Schafsprodukten, Fisch und Aluminium, aus dem Ausland bezieht, weshalb bei einer Reise nach Island etwas tiefer in den Geldbeutel gegriffen werden muss. Die meisten Sehenswürdigkeiten, Nationalparks oder auch Naturbäder, abseits des „Golden Circle“ (Touristen Hotspot) kosten allerdings (noch) keinen Eintritt.

Ein einzigartiges Land, das jede Reise wert ist, auch ein zweites oder drittes Mal, denn es gibt mit Sicherheit immer Neues zu entdecken.