Neulich stand ich in meiner Buchhandlung des Vertrauens und hielt einen Roman in der Hand, den ich schon länger lesen wollte. Aber das Taschenbuch lies ewig auf sich warten und das Hardcover? 24 Euro? Ich legte es direkt zurück ins Regal – nicht, weil ich es nicht lesen wollte, sondern weil mein Studentinnenbudget knapp für die Miete, Lebensmittel und einige wenige Hobbys ausreicht. Bücher rutschen da schnell ans Ende der Liste, auch wenn ich das Lesen liebe. Wie viele andere Student*innen eigentlich auch – die Betonung liegt auf „eigentlich“.
Denn das Lesen entwickelt sich im Studium manchmal zu einem kleinen Luxus. Ironisch, denn nie zuvor habe ich so viel gelesen wie jetzt – nur eben selten das, was mich wirklich interessiert. Seminartexte und Fachbücher sind eben vielleicht doch nicht so meine Feierabendlektüre. Ganz akzeptieren wollte ich das allerdings auch nicht. Also habe ich angefangen, nach Alternativen zu suchen. Und die gibt es – mehr, als man vielleicht denkt. Es ist nur wichtig zu wissen, wo sich günstig Bücher finden lassen.
Der erste Ort ist naheliegend: die PH-Bibliothek. Während des Semesters oder in der Schreibphase von Hausarbeiten verbringe ich dort ohnehin viel Zeit und ja, es gibt nicht nur „Einführung in die Sprachwissenschaft“, sondern tatsächlich auch zeitgenössische Romane, Biografien oder bekannte Klassiker. Seitdem verbringe noch mehr Zeit in der Bibliothek und stöbere gerne mal durch. Und an dieser Stelle ein kleiner Geheimtipp: Ab und an gibt es für unter 5 Euro aussortierte Bücher; erst letztens habe ich dort ein ziemlich aktuelles entdeckt: „Wackelkontakt“ von Wolf Haas für einen Euro?!
Auch Second-Hand-Bücher haben ihren eigenen Charme. In Antiquariaten, auf Flohmärkten oder in öffentlichen Bücherschränken gibt es eine Vielzahl an Auswahl. Gerade diese kleinen unscheinbaren Regale oder Häuschen, die fast in jeder Stadt stehen, funktionieren ganz einfach: Ein Buch mitnehmen, vielleicht ein anderes hineinstellen. Man weiß nie, was man kriegt. Manchmal ist es ein alter Krimi, manchmal ein Klassiker oder manchmal, wie in meinem Fall, das dritte Exemplar von „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón, zugegeben immer noch ungelesen in meinem Regal. Aber jetzt mal ehrlich, das Ding hat über 500 Seiten, da braucht es nun mal ein paar Anläufe.
Neben diesen analogen Möglichkeiten spielen inzwischen auch Online-Plattformen eine große Rolle. Second-Hand-Shops wie beispielsweise Medimops, Bookbot oder Vinted bieten eine riesige Auswahl an gebrauchten Büchern zu deutlich günstigeren Preisen. Oft lassen sich dort auch fast neue Exemplare für einen Bruchteil des Originalpreises finden, ein bisschen suchen lohnt sich!
Auch im Freundeskreis entstehen manchmal kreative Lösungen: Bei uns wandern die Bücher einfach weiter, dafür hat sich sogar schon ein eigenes System entwickelt. Jemand liest ein Buch, empfiehlt es begeistert weiter und gibt es direkt ab. Zwar verschwinden manche Bücher dann manchmal, aber wenn ich dafür andere lesen kann? Wieso nicht?! Ergänzt wird das Ganze durch geteilte Hörbuch-Abos, zum Beispiel bei Bookbeat. Gemeinsam bezahlt, gemeinsam genutzt, und plötzlich wird auch der anstrengende Heimweg nach einem langem PH-Tag zur entspannten Lesezeit, nur eben über die Kopfhörer.
Vielleicht liegt genau darin der besondere Reiz? Nicht perfekt organisiert, geplant oder teuer, sondern eher zufällig, nebenbei und gemeinschaftlich. Ein Buch hier, ein Fund dort, eine Empfehlung von Freund*innen da. Und trotz all diesen Möglichkeiten zieht es mich manchmal doch in Buchhandlungen. Ich stöbere gerne, entdecke neue Bücher und Autor*innen, nehme ab und zu auch ein neues mit oder glaube daran, dass es mir irgendwann wieder begegnet – nur eben an einem anderen Ort.