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Zwischen Hörsaal und Wirklichkeit – Sind Studienfahrten im Studium noch zeitgemäß?

Eine Exkursion nach Krakau, Geländeübungen im Alpenraum oder eine mehrtägige Studienfahrten ins Ausland - Was für viele Studierende zunächst nach einem Highlight klingt, ist im Studienalltag längst fester Bestandteil mancher Studiengänge.

Studienfahrt nach Süditalien März 2025

Besonders im Lehramt, wie etwa an der Pädagogischen Hochschulen in Ludwigsburg und weiteren Pädagogischen Hochschulen, gehören Exkursionen teilweise zum Curriculum. Doch angesichts steigender Kosten und enger Zeitpläne stellt sich zunehmend die Frage: Sind solche Vorgaben noch zeitgemäß? 

Der Mehrwert ist hoch, zumindest in bestimmten Fächern. Vor allem im Fach Geographie für den Sekundärstufenbereich sind Exkursionen nach wie vor verpflichtend, da hier das Lernen vor Ort als unverzichtbar gilt. Landschaften, Städte oder ökologische Zusammenhänge lassen sich schwer allein im Seminarraum vermitteln. In anderen Fächern des Lehramtsstudiums hingegen sind Studienfahrten nicht verpflichtend und auch an anderen Hochschulen zeigt sich ein Wandel. Viele Pädagogische Hochschulen nehmen zunehmend Abstand von verpflichtenden Studienfahrten und setzen stattdessen auf freiwillige Angebote oder alternative Lehrformate. 

Neben fachlichen Kompetenzen spielen jedoch auch soziale Aspekte eine große Rolle. Gemeinsame Fahrten stärken den Zusammenhalt, fördern Teamfähigkeit und ermöglichen informelles Lernen außerhalb des Hörsaals. Gerade für angehende Lehrkräfte sind solche Erfahrungen wertvoll, da sie später selbst Klassenfahrten organisieren und begleiten müssen. 

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Ein zentraler Punkt sind die Kosten. Große Exkursionen können je nach Ziel mehrere hundert bis über tausend Euro kosten. Für viele Studierende ist das eine erhebliche finanzielle Belastung. Besonders problematisch wird es, wenn solche Fahrten verpflichtend sind und es kaum Alternativen gibt. 

Auch der Zeitaufwand sorgt für Diskussionen. Mehrtägige Exkursionen kollidieren nicht selten mit Nebenjobs oder anderen Studienleistungen. In einem ohnehin dicht getakteten Studium kann das zusätzlichen Stress verursachen. Zudem stellt sich die Frage der Chancengleichheit. Wer sich eine Teilnahme nicht leisten kann oder familiäre Verpflichtungen hat, wird schnell benachteiligt. Und ein sonst beliebtes und interessantes Studienfach wie Geographie wird nur noch ungerne gewählt. 

Dennoch bleiben Studienfahrten und Exkursionen ein wichtiger Bestandteil des Studiums, vor allem in praxisorientierten Fächern wie Geographie. Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Trend. Viele Hochschulen überdenken verpflichtende Modelle und setzen stärker auf Flexibilität.

Damit Exkursionen auch in Zukunft zeitgemäß bleiben, braucht es vor allem eines, mehr Wahlfreiheit und bessere finanzielle Unterstützung für Studierende.