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Einführung des Hundeführerscheins in Baden-Württemberg

Ein wichtiger Schritt für den Tierschutz? Was Hundehalter zu erwarten haben.

Der Koalitionsvertrag der CDU und den Grünen sieht eine Einführung des Sachkundenachweises für Hundehalter, sowie eine Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Versicherungspflicht für Hunde vor. Was haben Hundehalter genau zu erwarten?
Der Sachkundeausweis soll Herrchen und Frauchen prüfen, ob diese über die nötigen Kenntnisse zur Hundehaltung verfügen und ob sie mit ihrem Hund auch richtig umgehen können. Dieser Ausweis umfasst fünf Praxisstunden zu jeweils 90 Minuten und drei Theorieblöcke zu je zweieinhalb Stunden, die jeweils mit einer Prüfung zu bestehen sind. Im theoretischen Teil der Prüfung wird Hunde-Fachwissen in Form eines Multiple-Choice-Tests überprüft. Die 35 Fragen können zu folgenden Themengebieten gestellt werden: Sozialverhalten; Kommunikation; Lerntheorie, Erziehung und Ausbildung, Angst und Aggression, Haltung und Pflege, Rassenkenntnisse, Ernährung, Gesundheit und Fortpflanzung und letztlich Hund & Recht. Für die theoretische Prüfung ist eine Bearbeitungszeit von 60 Minuten vorhergesehen. Am Ende müssen 80% der Fragen richtig beantwortet werden, um zur theoretischen Prüfung zugelassen zu werden. Die Zulassung ist für drei Jahre gültig.    

                                                                       
Im praktischen Teil wird die Gehorsamkeit des eigenen Hundes geprüft, bei der auch Hilfsmittel erlaubt sind. Dabei handelt es sich um Situationen aus dem Alltag, in denen Hund und Herrchen oder Frauchen unter Beweis stellen müssen, dass sich der Hund in verschiedenen Situationen in der Öffentlichkeit souverän verhält und keine Bedrohung für andere darstellt. Zur Bewertung gehört auch das vorausschauende Handeln des/der Hundehalter*in sowie die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Da unter Prüfern und Regionen Unterschiede herrschen, kann nicht genau gesagt werden, wie die Praxisprüfung ablaufen wird. Allerdings gibt es einige Grundkommandos, die ein Hund können muss, darunter zählen: Sitz, Platz, Steh, Rückruf und Bleib. Bevor man sich zur Prüfung anmeldet, gibt es einige Voraussetzungen, wie z.B. das Absolvieren von einigen Trainingsstunden bei einer Hundeschule im Vorfeld  sowie das Mindestalter, das bei Hundeführern bei 16 Jahren und bei Hunden bei 12 Monaten liegen muss. Außerdem sollte der Hund gechipt und vorschriftsmäßig geimpft sein. Letztlich müssen die Hundehalter*innen eine gültige Hundehaftpflichtversicherung vorweisen können. 


Der Hundeführerschein hat das Wohl der Tiere im Sinn
Laut dem Tierschutzverein halten viele Menschen ihre Vierbeiner falsch und durch die Corona-Pandemie hat die Anzahl der Hunde als Haustier rasant zugenommen. Die Sorge ist, dass viele dieser Hunde wieder ins Tierheim abgegeben werden, nachdem das Interesse nach der Pandemie nachgelassen hat. 


Der Hundeführerschein möchte dabei helfen, die Anzahl der Hinterhofzüchter sowie Menschen, die ihren Hund schlecht halten und führen zu minimieren. Somit richtet sich der Führerschein auch vor allem an die Menschen, die zuvor keine Hunde besaßen. Vielen bereitet der Hundeführerschein dennoch Sorgen, da weitere hohe Kosten auf sie zukommen, neben der schon sehr hohen Hundesteuer. Zusätzlich befürchten sie, dass ihnen bei Nichtbestehen der Prüfung der Hund entzogen wird. Dies wird nicht der Fall sein. Der Landesvorsitzende des Landesseniorenrats, Eckart Hammer, begrüßt grundsätzlich einen Sachkundenachweis für die Hundehaltung. Er bedenkt allerdings eine bestimmte Gruppe der Gesellschaft und zwar: Alleinstehende, Senioren und ärmere Menschen. Ihr Haustier bringt diesen Menschen Nähe, Wärme, Geborgenheit und einen Sinn zum Leben.  Für diese gilt es Sonderregelungen in das Hundeführerscheingesetzt zu implementieren, damit niemand benachteiligt wird, der imstande ist einem Hund ein schönes Leben und Zuhause zu bieten. Dies ist auch der Landestierschutzbeauftragten Stubenhorn ein wichtiges Anliegen, sie glaubt: „Sicher wird es Ausnahmen und auch für Bedürftige oder Rentner Lösungen geben.“ Angelehnt an die Situation in Niedersachsen, das als Vorreiter im Thema Hundeführschein gilt, beruhigt Stubenhorn “meines Wissens nach ist in Niedersachsen bei der Prüfung auch noch niemand durchgefallen“.

 

Weiter Informationen unter:
Hundeführerschein.net: Hundeführerschein in Baden-Württemberg.