Kultur

„Der schweren Zeit mit Humor entgegentreten“

Das 2016 entstandene Hochschultheater der PH Ludwigsburg stellt jedes Semester ein neues Projekt auf die Beine. Auch dieses Semester steht eine Aufführung an. Wie der Weg bis dahin aussah und wie die Aufführung stattfindet erfahren Sie hier:

Mittwoch, 18 Uhr. Das 18-köpfige Ensemble des Hochschultheaters der PH Ludwigsburg trifft sich zur wöchentlichen Probe über eine Videokonferenz Plattform. Eine Einstiegsfrage, wie: „Welche*r Schauspieler*in spielt im Film über dein Leben die Hauptrolle“ soll zum Anfang die Kreativität und die Spontaneität ankurbeln. Nachdem sich alle Spielenden zu dieser Frage geäußert haben geht es los mit einem kleinen Warm-Up. Das soll helfen, sich ganz auf die Probe zu fokussieren. Es wird gemeinsam getanzt, wobei immer eine Person einen „Dance-Move“ vormachen soll, während die anderen diesen nachmachen. Darauffolgend gibt es noch eine kleine Konzentrationsübung und schon kann der Hauptteil der Proben beginnen.


Seit Anfang des Sommersemesters 2020 sehen so die Anfänge der wöchentlichen Proben des Hochschultheaters aus. Digital und mit der Motivation, das Theaterspielen auch in Zeiten der Pandemie weiterzuführen. Das studentische Hochschultheater wurde im Wintersemester 2016/17 von Josephine Gerlach und Pascal Gruber ins Leben gerufen. Es soll Studierenden aller Studiengänge die Möglichkeit geben, unabhängig von der Erfahrung im Theaterspielen, Erlebnisse im Schauspiel zu sammeln und sich mit den gängigen Prinzipien des Theaters auseinanderzusetzen. Vor der Corona-Pandemie trat das Hochschultheater in der Aula der PH Ludwigsburg auf und brachte dabei Stücke wie „Death Happens“ oder „Die Welle“ als fertige, oder „Ahoi“ und „Thankssplitting“ als selbst geschriebene Stücke auf die Beine. Seit der Online-Lehre wurde mit „Behind the Screen“ ein Screen-Movie und mit „Auf Lebenswegen“ ein Audio-Walk durch Ludwigsburg, als ein Stück Erinnerungskultur für die Opfer des Nationalsozialismus, vom Hochschultheater organisiert. Auch dieses Semester will das Studierendentheater wieder etwas hervorbringen. Dabei waren die Proben am Anfang zunächst an den Laptop gebunden. Lukas Bremicker, Teil des dreiköpfigen Leitungsteams, sagt darüber: „Wir haben probiert, sehr viel Spaß reinzubringen und sehr viel Bewegung, Freude, Tanzen und Lachen, obwohl wir natürlich sehr theoretisch starten mussten. Deshalb haben wir versucht das möglichst weit durchzuführen, aber uns dabei erstmal vor allem auf die theoretische Text- und Rollenarbeit zu konzentrieren.“ Aufgeführt werden soll eine abgedrehte Tragikkomödie. „Wir wollen raus aus dieser schweren Zeit, rein in eine ganz andere Welt. Wir wollen der ganzen Schwere mit Freude entgegen strahlen und dieser Auseinandersetzung gerade mit Humor entgegentreten,“ so Bremicker weiter.
Mittlerweile darf das Hochschultheater wieder in Präsenz an der Pädagogischen Hochschule proben. Dabei ist es aber natürlich auch an das Hygienekonzept der PH gebunden. Die Vorfreude ist beim Ensemble, sowie beim Leitungsteam sehr groß. Raphael Conrad, ebenfalls Teil des Leitungsteams, freut sich sehr darauf, die Leute wieder live zu sehen, sieht aber in den Präsenz-Proben noch eine Herausforderung: „Ich hoffe, dass wir trotz Abstand und Masken eine Form finden, in der wir uns trotzdem frei bewegen und spielen können“. Auch Bremicker hofft, dass alle schnell wieder „aus dem digitalen Trott“ herauskommen.


Das neue Stück des Hochschultheaters, „Macht.Perlen.Spiel“ wird am 23.07.2021 seine Premiere feiern. Über einen Stream wird hierbei um 20.00 Uhr die gefilmte  Aufführung das erste Mal gezeigt, nach der Premiere wird er noch weiterhin unter https://linktr.ee/hochschultheaterphlb verfügbar sein