Kultur

Performancekunst, die Grenzen bricht - „MARINA ABRAMOVIĆ“

"Schmerz ist ein großes Hindernis. Man stoppt da normalerweise. Aber wenn man darüber hinausgeht, befindet sich dort eine andere Welt." (Abramović im Interview, 3sat, Juli 2018)

https://blogbuzzter.de/2017/04/rhythm-0-marina-abramovic-ertraegt-6-stunden-lang-alles-was-menschen-mit-ihr-machen/ (Zugriff: 22.02.19)

Die Überschreitung der eigenen psychischen und physischen Grenzen steht im Zentrum der Kunst von Marina Abramović. Sie nutzt die Performance, um traumatisierende Erlebnisse ihrer Kindheit zu verarbeiten. Für sie ist die Überschreitung der eigenen Schmerzgrenze der Zugang zu einer anderen Welt. Das Objekt ihrer Kunst ist ihr eigener Körper. Die Kunst der Performance lebt vom Augenblick. Viele ihrer Projekte haben Aufforderungscharakter für das Publikum. Sowohl aktives Eingreifen, wie passives Zuschauen ist entscheidend für den Verlauf ihrer Performances.


Marina Abramović wurde am 30.11.1946 in Belgrad geboren und ist als Tochter zweier Partisanen in dem kommunistischen Jugoslawien aufgewachsen. Prinzipien der sozialistischen Ideologie bestimmten ihre Kindheit. Sie ist vor allem durch die Lieblosigkeit ihrer Eltern und den ideologischen Zwang geprägt. Schon früh verarbeitet sie ihren Schmerz durch die Kunst. Sie ist ein Mittel zur Flucht aus der harten Realität.


1970-1972 studiert sie an der Kunstakademie in Belgrad.
Bereits anfangs der 70er Jahre widmet sie sich der Performancekunst. Zu ihren frühen bekanntesten Werken gehören „Rhythm 10“, „Rhythm 5“ und „Rhythm 0“. Letzteres gilt bis heute als eines ihrer eindrücklichsten Performances.


„Rhythm 0“

Im Studio Morra in Nepal stellte Marina Abramović ihren Körper dem Publikum zur freien Verfügung. Neben ihr waren 72 unterschiedliche Gegenstände auf einem Tisch platziert. Das Publikum durfte mit ihr machen, was es wollte.  Die Situation läuft aus dem Ruder. Ein Passant schnitt ihr mit einer Rasierklinge in den Hals, ein anderer legte ihr Fesseln an. Als ihr ein Mann den geladenen Revolver in die Hand gibt und ihr an den Hals hält, ruft ein Anwesender die Polizei und die Performance wird nach sechs Stunden beendet.


Im Jahre 1976 zieht sie mit ihrem Lebenspartner Ulay nach Amsterdam. Sie fühlen sich seelenverwandt und führen ihr Konzept als Duo weiter. Ein bekanntes Werk ist beispielsweise „Breath In, Breath Out“.  Nach zwölf Jahren trennen sich die beiden.
Marina Abramović greift die Solo-Performance wieder auf. Sie befasst sich mit kulturellen, ideologischen und spirituellen Aspekten ihrer Heimat. Mit der Performance „Balkan Baroque“ tritt sie 1997an der 47. Biennale in Venedig an und gewinnt den „Goldenen Löwen“ als Beste Künstlerin.


Seit 2002 lebt sie in New York. 2016 veröffentlicht sie die Autobiographie „Durch Mauern gehen“. Die Ausstellung „The Cleaner“, die 2017/2018 in Bonn, Florenz und Stockholm präsentiert wurde, erfreut sich hoher Besucherzahlen. Alleine die Ausstellung in Bonn wurde von über 62 000 Leuten besucht.


Das Kunst-, und Kulturmagazin „Monopol“ berichtet über weitere Vorhaben für das Jahr 2020. Ihre Pläne sind kontrovers umstritten. Angeblich wird sich Marina Abramović von einer Stromstärke von 1 000 000 Volt unter Spannung versetzen lassen. Die durch ihren Körper geleitete Energie soll an ihren Fingerspitzen ein Energiefeld bilden, dessen Kraft eine brennende Kerze zum Erlischen bringt. Es bleibt  - spannend - .