Kultur

Fünf Eltern gegen die Klassenlehrerin

„An den schlechten Noten meines Kindes ist allein seine Lehrerin schuld!“ So und so ähnlich klingen häufig die Vorwürfe von Eltern gegenüber den Lehrern.

Auch die Eltern der Klasse 4c haben kein Vertrauen mehr in die pädagogischen Fähigkeiten der Klassenlehrerin Frau Müller. Dies ist der Anlass für einen außerordentlich einberufenen Elternabend, den die Besigheimer Studiobühne im Rahmen des Stücks „Frau Müller muss weg!“ an drei Wochenenden im Februar und März 2019 auf der Bühne inszeniert. Fünf Eltern sind besorgt über die schlechten Noten ihrer Kinder und fürchten den bevorstehenden Wechsel auf die weiterführende Schule. Die unbefriedigenden Zensuren führen sie dabei auf die Qualität des Unterrichts, das schlechte Klassenklima und die fehlenden Fähigkeiten der Klassenlehrerin zurück. Damit ist das Problem schnell ausgemacht: Die Kinder sind alle ganz besondere kleine Persönlichkeiten, die ab und an spezieller Förderung bedürfen. Diese Förderung kann Frau Müller offensichtlich nicht leisten, und daher ist die Forderung der Eltern klar: Frau Müller muss weg!

Dass das Problem nicht bei den Schülerinnen und Schülern zu suchen ist, davon sind alle Anwesenden überzeugt. Und genau damit halte der Autor Lutz Hübner „der Gesellschaft den Spiegel vor“, so die Regisseurin Claudia Hermann. Weiter erklärt sie: „Früher, wenn man schlechte Noten hatte, hieß es: setz Dich hin und lerne. Heute ist es nie die Schuld des Kindes, es sind immer die anderen.“ In der heutigen Gesellschaft fehle die Bereitschaft, für das eigene Tun und Handeln auch Verantwortung zu übernehmen.

Diese Thematik ist nicht neu, Lutz Hübner veröffentlichte sein Buch „Frau Müller muss weg!“ bereits im Jahre 2011 und Sönke Wortmann nahm sich 2015 dem Mikrokosmos Elternabend in einem gleichnamigen Film an.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler der Besigheimer Studiobühne schaffen es, diese Thematik mit viel Charme und Witz auf der Bühne zu beleuchten. Sicher wird sich das Publikum in einer der Rollen wiedererkennen. Die Reaktionen auf das Stück waren laut der Schauspieler nach dem ersten Spiel-Wochenende sehr zufriedenstellend. Alle drei Abende waren nahezu ausverkauft. Noch an zwei weiteren Wochenenden läuft „Frau Müller muss weg!“ im Gewölbekeller im Steinhaus Besigheim.

 

INFO „Frau Müller muss weg!“ läuft vom 22. Februar bis 10. März im Gewölbekeller im Steinhaus Besigheim. Karten kosten 12€ bzw. 10€ ermäßigt an der Abendkasse (VVK: 11€/9€ über www.sb-besigheim.de). Die Aufführungen beginnen freitags und samstags um 20 Uhr und sonntags um 19 Uhr.