Zwischen dem Klappern von Tellern und dem Rascheln von Hausaufgabenheften herrscht im haus49 eine lebendige Stimmung. Das internationale Stadtteilzentrum in der Mittnachtstraße 18 ist weit mehr als nur ein Stadtteilzentrum; es ist eine zentrale Anlaufstelle für die Bewohnerinnen und Bewohner aus Stuttgart-Nord.
Wer das haus49 heute besucht, betritt ein modernes Gebäude mit einem weitläufigen, verglasten Eingangsbereich. Doch der Name führt zurück in das Jahr 1982: Gegründet wurde die Einrichtung vom damaligen Bürgermeister Werner Wölfle am ursprünglichen Standort in der Nordbahnhofstraße 49. Ziel war es von Beginn an, sozialen Konflikten vorzubeugen und das Entstehen von Parallelgesellschaften im Quartier zu verhindern.
Das Quartier Nordbahnhofviertel hat eine bewegte Geschichte als ehemalige Arbeitersiedlung, die stark durch Arbeitsmigration geprägt wurde. Heute ist die Realität vor Ort jedoch oft herausfordernd. Die Lebenssituation vieler Menschen ist durch soziale Benachteiligung, Bildungsdefizite und Armutsgefährdung gekennzeichnet. Hier setzt die Arbeit des Trägers, des Caritasverbands für Stuttgart e.V., gezielt an.
Bildung und Teilhabe unter einem Dach: Ein Höhepunkt im Jahr ist das internationale Straßenfest, geleitet von dem haus49, das laut den Verantwortlichen den Austausch im Stadtteil fördert und soziale Teilhabe ermöglichen soll.Während des Stadtteilfests haben verschiedene kulturelle Vereine die Möglichkeit, an Essensständen ihre Speisen zu präsentieren und auf einer Bühne traditionelle Tänze aufzuführen. Dadurch entsteht ein Austausch der Kulturen und der Bewohner des Stadtteils.
Doch die tägliche Arbeit geht weit darüber hinaus: Das ganzheitliche Konzept des Hauses verbindet abwechslungsreiche Ferien- und Freizeitaktivitäten mit gezielten Lernhilfen für Schüler*innen und einem verlässlichen Betreuungsangebot inklusive Hausaufgabenhilfe und gemeinsamem Mittagessen. Besonders Kinder in den Vorbereitungsklassen (VK) werden hier beim Deutschlernen unterstützt, um sich besser in ihren Schulalltag einzuleben.
Die Fachkräfte des Zentrums arbeiten dabei nach dem Prinzip der Gemeinwesenarbeit: Sie agieren als Brückenbauende und Netzwerkende um das Wohnquartier in seiner Gesamtheit zu stärken. In einem Stadtteil mit besonderen Herausforderungen leistet das haus49 somit unverzichtbare Arbeit für den sozialen Zusammenhalt und die Bildungsgerechtigkeit.