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Mehr als nur Tackles: Warum American Football auch für Studierende spannend ist

Wenn beim Super Bowl Millionen Menschen vor den Bildschirmen mitfiebern, wirkt American Football wie ein spektakuläres, aber fernes Ereignis. Doch der Sport ist auch vor der eigenen Haustür erlebbar. Luke Held, Headcoach der Kuchen Mammuts, erklärt, was den Sport ausmacht und warum der Sport für jeden geeignet ist.

Die Kuchen Mammuts besprechen sich vor dem Spiel

Was macht American Football im Vergleich zu anderen Sportarten besonders?                                                                                                                           

Ich denke zum einen ist es, dass Football der ultimative Teamsport ist, bei dem man jeden Mann dringend brauchen kann, der sehr große Kader hat, für jeden auch eine Aufgabe findet und wo man über jeden froh ist, der mitspielt. Zum anderen ist es natürlich einfach die Mischung aus Technik, Strategie und aber auch reiner Körperlichkeit. Football macht auch so besonders, dass jeder seine eigenen Eigenheiten ausleben kann. Es ist ein sehr strategisches und technisches Denken in der Offense oder auch ein sehr einheitlich denkendes Verhalten in der Defense und man findet für jeden einen Platz. Gleichzeitig arbeitet man zusammen als großes Team für einen gemeinsamen Erfolg.

 

Was unterscheidet American Football deiner Meinung nach von anderen Teamsportarten?

Man ist auf mehr Leute angewiesen. Die Teams müssen größer sein. Man muss mehr Leute zusammenbringen, die an ein Ziel glauben. Ein normaler Fußballkader hat irgendwas zwischen 15 und 21 Leuten. Im Football kann man mit 21 Leuten noch nicht mal antreten. Deswegen ist es auf jeden Fall ein gigantisch guter Teamsport, in dem man viele Leute zusammenbringt, die für ein gemeinsames Ziel arbeiten. Außerdem bringt Football natürlich auch die unterschiedlichsten Charaktere zusammen und das macht es eben auch so außergewöhnlich.

 

Was braucht man, um in eurem Team mit dem Sport zu starten?

Eigentlich nur die Mentalität, das ausprobieren zu wollen. Und mehr gibt es da nicht. Eine gewisse Schmerztoleranz hilft auf jeden Fall. Außerdem der Wille, sich auch mal durch schwierige Dinge durchzubeißen, um ein Ziel zu erreichen. Körperliche Voraussetzungen gibt es eigentlich keine. Man braucht natürlich eine Ausrüstung, aber die kann man am Anfang auch bei uns ausleihen.

 

Kann man auch ohne Vorerfahrung mit American Football anfangen?

Auf jeden Fall. American Football ist ein Sport, der den Platz für jeden findet und auch die Möglichkeit zum Einstieg in jedem Alter und mit jeder Vorerfahrung bietet.

 

Wie läuft ein typisches Training bei euch ab?

Wir treffen uns, ziehen uns um, dann starten wir das Training mit einem Warm-up, danach wechseln wir in die einzelnen Units (die spezifische Position, auf der man spielt und man positionsspezifische Übungen absolviert; Anmerkung der Redaktion). Dort machen wir mit denen ein Programm, das in jedem Training dasselbe ist, danach feilen wir etwas an individuellen Fähigkeiten. Dann geht es in Offense und Defense getrennte Installs, also das Einüben von Spielzügen und Taktiken. Und danach spielen wir Offense gegen Defense über längere Zeiten. Am Ende gibt es noch ein kurzes Stretch-Out und ein Abschlussgespräch.

 

Warum würdest du Studierenden empfehlen, American Football einmal auszuprobieren?

Football ist ein Sport, der einen an seine Grenzen bringen kann, aber auch dahin pusht, dass man über die Grenzen hinausgeht. Es ist ein Sport, der nicht nur körperlich, sondern auch mental sehr hohe Anforderungen stellt und bei dem man tatsächlich rausfinden kann, aus welchem Holz man gemacht ist. Gleichzeitig ist Football ein Sport, der eben für jedermann geeignet ist, für jeden wird eine Position gefunden und jeder kann mitmachen. Deswegen ist es der ultimative Sport für alle, die einsteigen wollen.

 


Infobox:

Die Kuchen Mammuts sind ein Team, das in diesem Jahr in der Bezirksliga Baden-Württemberg spielt. Es gibt für jede Position einen Trainer, der für seine Unit verantwortlich ist und dazu einen Coach, jeweils für die Offensive und für die Defensive. Der Head Coach ist dabei für das gesamte Team zuständig und trifft die endgültigen Entscheidungen.


 

Entgegen vieler Vorurteile, ist American Football eine Sportart, in der nicht nur große und breite Spieler spielen, sondern es auch Positionen gibt, bei denen es von Vorteil ist schnell zu sein oder einen tiefen Schwerpunkt zu haben. Darüber hinaus wird dem Sport eine hohe Verletzungsgefahr attestiert. Auch wenn Verletzungen immer wieder vorkommen können, wird das Verletzungsrisiko durch die Ausrüstung und richtigem Training deutlich reduziert.

Falls ihr Lust habt, eine neue Sportart zu erlernen, einen Ausgleich zum Sitzen und Lernen braucht und neue soziale Kontakte außerhalb der PH knüpfen wollt, dann schaut gerne, ob es auch in eurer Nähe einen lokalen American Football Verein gibt. Vielleicht entdeckt ihr, dass Football vielfältiger ist, als man zunächst annimmt.