Digitale Welt

Vor- und Nachteile des Homeschoolings

Jonas 10, Schüler in Klasse 5 einer Gemeinschaftsschule frustriert das Homeschooling und meint: „Ich will einfach wieder in die Schule. Ich versteh das alles nicht mehr!“

Aus einer bundesweiten Elternbefragung der Universität Koblenz zum Thema Homeschooling während der Covid-19 Pandemie im Juni 2020 ging hervor, dass 48,5% der Eltern ihre Kinder äußerst motiviert im Homeschooling erleben. Dahingegen sind 51,1% der Kinder und Jugendlichen demotiviert und ihnen fehlt die Motivation im häuslichen Umfeld ihren Schulalltag zu bewältigen.  Im Zuge der Schulschließung seit März 2020 müssen Lösungen für die entstandenen organisatorischen Herausforderungen, wie Betreuungszeiten, Austausch mit Lehrkräften und der Bewältigung von Schulaufgaben, gefunden werden. 81% der Mütter gaben an für das Homeschooling verantwortlich zu sein. Rückblickend auf die vergangene Zeit im Kontext des Homeschoolings, haben sich dabei seitens der Schüler*innen einige Vor- und Nachteile herauskristallisiert.

„Daheim habe ich eine ruhige und ungestörte Umgebung und kann mich einfach besser auf die Aufgaben konzentrieren“ (Schülerin, Gemeinschaftsschule, Klasse 6). Aus der Lernsituation zu Hause ergibt sich für introvertierte Schüler*innen der Vorteil, in einem geschützen Umfeld ohne soziale Konflikte, welche sie aus dem Schulalltag kennen, Schulaufgaben in ihrem Tempo zu erledigen. Gleichzeitig kann dieser Faktor auch ein Nachteil darstellen, da soziale Kontakte geschwächt werden und es zu einer Einschränkung des sozialen Umfelds kommt. Der soziale Umgang findet dabei weitgehend über digitale Plattformen statt.

Durch die Situation, dass Medien zum wichtigsten Kommunikations- und Lernort geworden sind, müssen sich auch die Schulen nun der immer mehr geforderten Medienkompetenz stellen und sich dahingehend digital aufrüsten.
Vor allem Schüler*innen ab der Sekundarstufe I, mussten oftmals mehr als fünf Stunden am Tag vor dem PC verbringen. Dies hat auch gesundheitliche Auswirkungen, wie Kopfschmerzen, eine falsche Haltung, trockene Augen und Bewegungsmangel. Die Eltern-Kind-Beziehung muss diese Probleme und Konflikte, welche bei der Erledigung der Schulaufgaben Zuhause entstehen, aushalten, was ein hohes Maß an beidseitigem Verständnis erfordert. Zusätzlich ergibt sich der Rollenwechsel vom Elternteil zur Lehrkraft, wobei sich auch die eigentliche Lehrkraft neu orientieren muss, um nicht in ein Spannungsfeld zu geraten, da diese nun mehr Einblick und Einwirkungen in das private Umfeld des Kindes hat. Außerdem muss die Lehrkraft in einem engen Austausch mit den Eltern stehen, um das Fortschreiten der Aufgaben geklärt zu wissen.  

Vor- und Nachteile gingen aus den Erfahrungen des letzten Jahres deutlich hervor. Gleichzeitig ergeben sich hierbei auch neue Chancen und Möglichkeiten Medien aus vielerlei Perspektiven zu nutzen, einzubinden und aus ihnen zu profitieren. Dennoch ist es bedeutsam eine hohe Sensibilität für Schüler*innen zu schaffen, welche durch die medialen Kanäle keinen positiven Zugang erleben und Zuhause nicht die notwendige Unterstützung erfahren.