Campusleben

„Isolationshaft“ Mietwohnung -Dürfen Vermieter ihren Mietern den Besuch verbieten?

Als Mieter einer Mietwohnung kommt man immer wieder in Kontakt mit seinen Vermietern, sei es das höfliche Grüßen am Morgen oder aufklärende Gespräche über Mietverhältnisse, Mülltrennung, Lärm und Besuch. Anlass dieses Textes ist eine Erfahrung, die der Student L. Müller mit seinen Vermietern gemacht hat.

Als Mieter einer Mietwohnung kommt man immer wieder in Kontakt mit seinen Vermietern, sei es das höfliche Grüßen am Morgen oder aufklärende Gespräche über Mietverhältnisse, Mülltrennung, Lärm und Besuch. Anlass dieses Textes ist eine Erfahrung, die der Student L. Müller  mit seinen Vermietern gemacht hat. Er bezieht zusammen mit seinem Kommilitonen eine drei Zimmerwohnung mit Balkon, die sich im Obergeschoss eines Einfamilienhauses befindet. Unmittelbar unter ihnen, im Erdgeschoss, wohnen die Vermieter der genannten Wohnung. Trotz des entspannten Mietverhältnisses, kommt es immer wieder zu Diskussionen zwischen Mieter und Vermieter, da diese sich wünschen, dass Besuch der beiden Studenten bei ihnen vorher angekündigt werden sollte. Laut den beiden Studenten ereignete sich dieses Szenario wie folgt: „Wir hatten abends Kommilitonen zu Besuch und am nächsten Morgen klopfte es an unserer Tür. Unsere Vermieter standen davor und baten uns, dass wir bitte zu ihnen ins Wohnzimmer runterkommen sollten. Dort sagten sie, dass sie grundsätzlich nichts gegen Besuch hätten, es ihnen jedoch lieber wäre, wenn man diesen vorher ankündige und er sich nur auf ein bis zwei Mal die Woche beschränken würde.“ Nun stellt sich die Frage, dürfen Vermieter den Besuch beschränken oder gar vermeiden und muss der Besuch im Voraus angekündigt werden? Laut dem Deutschen Mieterbund dürfen Mieter in ihrer Wohnung so oft und so viel Besuch empfangen, wie sie wollen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich hier um Herren- oder Damenbesuch handelt, wie lange der Besuch bleibt, ob er regelmäßig oder unregelmäßig kommt. Nur ausnahmsweise kann der Vermieter "Hausverbot" für einen Besucher verhängen. Beispielsweise dann, wenn der Besucher in der Vergangenheit wiederholt Ruhestörungen begangen hat oder Gemeinschaftsräume wie Treppenhaus, Flur, Keller usw. beschädigt hatte. So lässt sich letztlich sagen, dass der Vermieter den Besuch des Mieters nicht regeln darf, es sei denn, der Besuch ist in der Vergangenheit bereits negativ aufgefallen. Des Weiteren darf der Besuch auch nicht durch eine Klausel im Mietvertrag geregelt werden, sollte solch eine jedoch im Mietvertrag stehen, so muss man nicht besorgt sein, da diese keine rechtliche Gültigkeit haben. So hofft man auf eine friedliche und ruhige Zeit in seiner Mietwohnung und wünsch sich ein vernehmliches Verhältnis zu seinen Vermietern. Sollte jedoch ein Konflikt mit den Vermietern entstehen, so kann man sich auf seine Rechte als Mieter berufen, welche auch beim Deutschen Mieterbund online nachzulesen sind. Sollten die Differenzen zwischen beiden Parteien jedoch zu groß werden und der Vermieter droht mit der Kündigung des Mietvertrags, so kann man sich auf den Mieterschutzbund beziehen. Dieser setzt sich als Instanz für die Rechte der Mieter ein.