Campusleben

Grün ist in

Mülltrennung, Porzellan-Tassen statt Plastikbecher, Fahrrad statt Auto. In Zeiten des Klimawandels und der Rückbesinnung auf Nachhaltigkeit und Ökonomie sind das die ersten Anzeichen für Veränderungen, die auch an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg nicht vorbeigehen.

Doch wie nachhaltig ist die Pädagogische Hochschule mit ihren Studenten und Studentinnen wirklich?

Fairtrade-Automat: Eine Initiative der Stadt Ludwigsburg und des Asta. Enthält fair gehandelte Produkte und funktioniert ohne Strom. Nur zwei in Ludwigsburg vorhanden. (Foto: Leon Grimm)

Auf den ersten Blick fällt auf, dass an der PH durchaus auf nachhaltiges Handeln geachtet wird. Von extra hohen Wasserhähnen, die das Auffüllen der Flasche ermöglichen bis hin zu Hinweisschildern, die dazu anhalten, nur ein Papierhandtuch zum Händetrocknen zu verwenden. Es scheint, als wäre es den Mitgliedern der PH wirklich ein wichtiges Anliegen, ihren Studenten und Studentinnen einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen zu vermitteln. Das spiegelt sich auch in der Existenz des Büros für Nachhaltigkeit und Mobilität, das von Dr. Andrea Lehning und Jutta Seyfang geleitet wird, wider. Für die Zukunft ist schon einiges geplant, darunter Trinkbrunnen, eine Fahrradstation von Regiobike nahe der PH Ludwigsburg und der Ausbau der Fahrradparkplätze. Auch die PH selbst möchte einen eigenen Fahrradverleih aufbauen. Den Studentinnen und Studenten soll so beispielsweise das Pendeln zwischen der PH und der Evangelischen Hochschule im Studiengang „Frühkindliche Bildung und Erziehung“ erleichtert werden, wie Jutta Seyfang berichtet.


Das Büro für Nachhaltigkeit und Mobilität hat für Studierende einen Carsharing Moodlekurs eingerichtet, der noch mehr Studenten und Studentinnen dazu anhalten soll, Fahrgemeinschaften zu gründen. Bereits 79 Prozent der Studierenden kommen nicht mit dem Auto, wie die PH Ludwigsburg in ihrem Mobilitätskonzept angibt.
Dieses Angebot gibt es auch für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der PH Ludwigsburg und ist als Schwarzes Brett bekannt. Hier können sie unter anderem auch Mitfahrgelegenheiten suchen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, sowie Lehrkräften zeigt sich durch die Präsenz eines solchen Büros. Die Studenten und Studentinnen treffen bei Frau Lehning und Frau Seyfang auf großes Interesse und Bereitschaft etwas zu verändern.

Der Erfolg dieser Bemühungen hängt maßgeblich von der Studierendenschaft der PH Ludwigsburg ab. Ein nachhaltiges Projekt kann nur erfolgreich sein, wenn die Studentinnen und Studenten es annehmen und Eigeninitiative ergreifen. Frau Seyfang bestätigt, dass auch die Studierenden der PH tatkräftig mitwirken. Es gibt zahlreiche studentische Projekte, die unter anderem im Seminar „Klima – Nachhaltigkeit – Bildung“ von Prof. Dr. Kathrin Bederna und Prof. Dr. Armin Lude entstanden sind. Allein während des Wintersemesters 2018/ 2019 sind 36 nachhaltige Projekte entstanden und umgesetzt worden, darunter Vogelhäuschen aus Tetra Paks, Holz-Nistkästen, ein vegetarischer Tag in der Mensa, Foodsharing an der PH, Dachbegrünung, mobile Beete, nachhaltige Geschenkverpackungen und noch viele weitere, die der Moodle-Kurs des Seminars verzeichnet. Das Seminar bietet außerdem eine öffentliche Ringvorlesung an, bei der Gastdozenten und -dozentinnen Vorträge aus verschiedenen Blickwinkeln zu der Thematik halten.
Im Wintersemester 2019/2020 steht ein neuer Durchlauf des Seminars Klima-Nachhaltigkeit-Bildung auf dem Plan, mit einer Ringvorlesung und sicherlich wieder zahlreichen innovativen Projekten der Studenten und Studentinnen der PH Ludwigsburg.


Die studentische Initiative namens ZukunftsPHähig, die von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars Klima-Nachhaltigkeit-Bildung gegründet wurde, setzt sich ebenfalls für Nachhaltigkeit an der PH ein und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Studenten und Studentinnen für das Thema zu sensibilisieren. Sie empfinden es als unerlässlich, das Thema auch in den Lehrerberuf zu integrieren. Neben ihrer informierenden Funktion, realisieren sie auch selbst Projekte, wie beispielsweise das Sammeln von alten Handys. Der Erlös kam der Wilhelma zugute, die dadurch ein Berggorilla Schutzprojekt im Kongo finanzieren konnte, wie ZukunftsPHähig auf ihrer Website berichtet.