Campusleben

Gemeinsam für Vielfalt – die Queerfeministische* Hochschulgruppe der PHL

„Jetzt hat die PH endlich auch eine: Von Diskussionsrunden, Regenbogenkuchen bis zu gemeinsamen Unternehmungen sowie herzlichen und offenen Menschen“.

Queerfeministische* Hochschulgruppe

Die Queerfeministische* Hochschulgruppe der PH gibt es seit dem Sommersemester 2019. Das gemeinsame Ziel war eine genderneutrale Toilette an der PH einzurichten. Für dieses Vorhaben setzten sich Studierende in Form einer Projektgruppe ein. Ihr Engagement war erfolgreich, denn seit Mitte Februar gibt es sogar mehrere „WCs für alle“ im Gebäude 1. In ihrem Statement zu dem „WCs für alle“ erklärt die Hochschulgruppe: „Durch ‚WCs für alle‘ setzt die PH ein Zeichen gegen die Diskriminierung von Menschen, die sich nicht in das binäre Geschlechtersystem einordnen und geht aktiv hiergegen vor, indem Räume geschafft wurden, die für alle Menschen unabhängig ihres Geschlechts geöffnet sind“. Die Studierenden, die sich für dieses gemeinsame Vorhaben gefunden haben, merkten schnell, dass sie sich auch über eine genderneutrale Toilette hinaus kontrovers mit verschiedenen Differenzkategorien und daraus entstehende Formen der Diskriminierung auseinandersetzen und für Vielfalt einstehen wollten. Daher gründete sich eine Hochschulgruppe mit acht engagierten Studierenden.

Auf die Frage, warum sich die Studierenden in der Hochschulgruppe engagieren und was ihnen an der Gruppe gefällt, äußerten sich vier Mitglieder. Josi erzählt: „Ich bin in der Hochschulgruppe, weil ich mit anderen queeren Menschen vernetzt sein möchte. Die Gruppe gibt mir das Gefühl an der PH nicht allein zu sein“. Paula sagt: „Ich finde es gut, dass wir für Respekt, Toleranz und füreinander einstehen“. „Mir gefällt der entstandene Schutzraum und die Kontakte, die ich durch die Gruppe geknüpft habe“, berichtet Mia und Aylin entgegnet: „Weil mir Offenheit und Harmonie wichtig ist und ich finde, dass man für unsere Thematik noch viel sensibilisieren und vor allem aufklären muss“.

Paula ist der Meinung, dass es gerade als Pädagogin oder Pädagoge wichtig ist, sich mit Themen wie Vielfalt, struktureller Diskriminierung und Genderdiversität auseinanderzusetzen und sie diese Themen auch in den Hochschulalltag tragen möchte. Judith ergänzt, dass sie ihren Blickwinkel erweitern und sich selbst für die Heterogenität und Vielfalt von Schülerinnen und Schülern, die ihr im Lehrberuf begegnen werden sowie für deren mögliche Erfahrungen, sensibilisieren möchte.

Neben einem offenen Treff gibt es auch ein regelmäßig stattfindendes Planungsplenum, denn die Queerfeministische* Hochschulgruppe ist vielseitig interessiert und besucht auch gerne Veranstaltungen. „Wir sind noch in der Entstehungsphase und immer offen und froh über neugierige Menschen, die Lust haben zum Offenen Treff am Mittwoch vorbei zu kommen oder sich darüber hinaus mitengagieren möchten“, erzählt Judith.

Die Gruppe war dieses Semester bei Demos, dem Christopher Street Day in Stuttgart, bei einem Theaterstück und bei Vorträgen. Gemeinsam haben sie auch ihre erste Veranstaltung geplant und erfolgreich durchgeführt: Ein gut besuchter Diskussionsabend zum Thema „Er? Sie? Viele! – Genderdiversität als Thema inklusiver Hochschulentwicklung“. Im kommenden Semester wird die Gruppe wieder gemeinsam Vorträge und Diskussionsabende besuchen. Darüber hinaus sollen verschiedene Aktionen an der PH umgesetzt werden. Außerdem möchte sich die Hochschulgruppe dafür einsetzen, dass es zukünftig ein breiteres Seminarangebot gibt, das sich mit Antidiskriminierungspädagogik und Vielfalt befasst.

„Bunt, vielfältig, kritisch, herzlich, motiviert, offen, bereichernd und lustig“ – so sieht sich die Queerfeministische* Hochschulgruppe der PH Ludwigsburg.

 


Offener Treff | jeden Mittwoch | 18 Uhr | Lit-Café
Planungsplenum| jeden 1. und 3. Montag im Monat | 18 Uhr | Lit-Café
Bei Fragen einfach eine E-Mail an:  queerfem(at)gmx.de
Mehr Infos auf Instagram: queerfem_phl­