Campusleben

Die unverblümte Wahrheit

„Studenten stehen ja schon um sieben Uhr auf – weil um acht die Geschäfte zu machen“. Solche Redewendungen hören Studenten und Studentinnen des Öfteren. Und zu allem Überfluss haben sie dann auch noch fast drei Monate Semesterferien. „So ein Leben hätte ich auch mal gerne!“. Wer kennt die Sticheleien gegenüber den partywütigen und langschlafenden Studenten und Studentinnen nicht?

Quelle: Selina Keller

Doch die Wahrheit sieht ganz anders aus, berichtet die Zeitung WirtschaftsWoche im Oktober 2016. Viel Stress, wenig Schlaf, überfüllte Hörsäle und fehlendes Kleingeld spiegeln den Alltag der allermeisten Studenten und Studentinnen wider. Denn hinter dem Studentenleben steckt wesentlich mehr, als feiern und lange schlafen.


Acht bis neun Stunden an der Hochschule verbringen und danach oder davor dem Nebenjob nachgehen, um den ausstehenden Semesterbeitrag, Bücher und das Bahnticket zu zahlen, stünden auf dem täglichen Programm, schreibt die Süddeutsche Zeitung im Februar 2011. Auch das Studentenwerk macht auf seiner Homepage darauf aufmerksam, dass zwei drittel der Studierenden neben dem Studium jobben, um sich auf diese Weise ihren Lebensunterhalt zu sichern.


Wenn Abiturienten und Abiturientinnen denken, sie müssten für das Abitur viel lernen, dann sollten sie sich gut überlegen, ob sie studieren wollen. Laut der Badischen Zeitung im Dezember 2015  wird die Stoffmenge im Studium nicht weniger, ebenso die semesterbegleitenden Aufgaben, Hausarbeiten und Recherchen. In den Ferien und auch teilweise am Wochenende warten Kompaktseminare oder Sonderveranstaltungen, die besucht werden müssen.


Die Erstellung des Stundenplans bietet einige Freiheiten, die Wahl der Vorlesungen und der Seminare ist jedem selbst überlassen. Allerdings stehen die Studenten und Studentinnen auch hier manchmal vor einer großen Hürde. Viele lange Pausen zieren den Stundenplan eines jeden Studierenden, denn oft lassen sich die Veranstaltungen nicht nahtlos verbinden. So kann es passieren, dass Studenten und Studentinnen gut und gerne auch einmal drei oder vier Stunden keine Veranstaltungen haben. Schwierig wird es aber erst dann, wenn sämtliche Arbeitsplätze belegt sind, Studierende nicht wissen, wo sie sich hinsetzen sollen und der Fahrtweg nach Hause zu lange ist, so ebenfalls die Badische Zeitung.


Das Ziel eines jeden Studierenden ist es wohl, sein Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen. Aus diesem Grund lastet enormer Druck auf vielen Schultern, denn wer möchte noch mit 30 Jahren studieren?! 
Durchschnittlich 35 Wochenstunden für Vorlesungen, Seminare, Recherchen und Hausarbeiten werden gezählt. Ebenso mindestens, meistens sogar mehr, als sieben Stunden für eine bezahlte Nebentätigkeit, schreibt die Zeitung WirtschaftsWoche auch im Oktober 2016.


Wie von den Studierenden zu hören ist, besteht das Leben, während dem Studium, nicht nur aus Freizeit und Spaß. Die bisherigen Vorurteile wären mit diesen Zeilen wohl aus dem Weg geräumt.